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Von Chemnitz im Eiltempo nach Oberwiesenthal

Flöhaer Sportwanderer starten erstmals bei Fichtelbergmarsch – Ziel: 63 Kilometer in unter 12 Stunden schaffen – Zwei Monate lang vorbereitet

Quelle: Freie Presse - Datum 30.04.2010

Von Holk Dohle

Flöha. Würden Sie 45 Euro bezahlen für die 63 Kilometer von Chemnitz nach Oberwiesenthal? Ach ja, drei Euro kommen noch dazu – für die Benutzung der Forstwege. Denn hin zu geht’s zu Fuß! Zum sechsten Mal fällt am Samstag der Startschuss für den Fichtelbergmarsch. Mit am Start: eine Gruppe von Sportwanderern aus Flöha, die die Extremtour von Chemnitz hinauf auf den Fichtelberg zum ersten Mal in Angriff nimmt.

„Bis auf Fritz Rappe, der hat die Wanderung schon mitgemacht und uns dafür begeistert“, haben Brigitte und Ulrich Pfeifer schnell einen „Schuldigen“ für das Vorhaben gefunden. Wie alle in der Gruppe, sind auch die beiden 56-Jährigen „ausdauermäßig vorbelastet“. Langstreckenläufe, Marathons, Halbmarathons, im Winter werden Langlaufski angeschnallt, zählt Pfeifer einige Aktivitäten auf: „Jetzt wollen wir mal was Neues ausprobieren.“ Vorbereitet auf den Härtetest haben sich die Hochgeschwindigkeits-Wanderlatschen seit Anfang März unter Rappes Anleitung. Der 64-jährige Konditionsexperte aus Flöha hat den siebenköpfigen Trupp, der jeden Samstag, 7 Uhr am Bahnhof zum „Kampfwandern“ gestartet ist, auf Tritt gebracht.

„Angefangen haben wir mit 25 Kilometern, dann folgten Touren über 34, 42 und 47 Kilometer. Letzte Woche waren es 51 bei einem Schnitt von 5,8 Kilometern in der Stunde – mit nur einer kurzen Pause von etwa zehn Minuten“, fühlt sich Brigitte Pfeifer wie ihre Mitstreiter fit für den Gewaltmarsch, der um 5.30 Uhr im Gewerbegebiet an der Werner-Seelenbinder-Straße in Chemnitz beginnt und über Burkhardtsdorf, Elterlein und Markersbach sowie 1650 Höhenmeter zum Fichtelberghaus führt.
Maximal 15 Stunden haben die Starter – im Vorjahr waren es 103 Wanderlustige –, um das Ziel zu erreichen. Die Flöhaer setzen die Messlatte noch etwas höher: „Wir wollen es in elf bis zwölf Stunden schaffen“, verrät Ulrich Pfeifer. Zwar sei geplant, so lange wie möglich zusammenzubleiben, „doch wenn jemand unterwegs abbiegen muss, sollte er einen Sprint einlegen, um wieder aufschließen zu können“.
Und die 48 Euro Startgeld (unter anderem für Verpflegung, Getränke, Vitaminbuffet und Busfahrt)? „Unsere Nachbarn sagen, wir seien bekloppt“, schmunzelt Brigitte Pfeifer. Irgendwie hätten sie auch Recht, aber es mache einfach verdammt viel Spaß, mit Gleichgesinnten die Natur zu genießen und dabei seine Leistungsgrenzen auszutesten, bereut die Flöhaerin keinen Cent. „Außerdem kann man sich beim Wandern gut unterhalten ...“

Service

Kurzentschlossene können sich heute noch bis 16 Uhr unter 0172 4212363 für den „Fichtelbergmarsch“ anmelden.

Trainingsgruppe für den Fichtelbergmarsch

Die Hochgeschwindigkeits-Wanderlatschen am Flöhaer Bahnhof beim Start zum Training. Die Truppe fühlt sich fit für den morgigen Gewaltmarsch von Chemnitz bis hinauf auf den Fichtelberg.

–Foto: Karl-Heinz Frackowiak

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