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Training immer dienstags

Von 14 bis 81 - jeder kann am Fichtelbergmarsch teilnehmen

Quelle: Wochenspiegel Sachsen, 13.04.2013

Training immer dienstags

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Von Ellen Friedrich.

„Wir haben dich für dem Fichtelbergmarsch angemeldet“, neckt Katrin ihren Kollegen Peter, der ganz erschrocken von seinem Computer aufschaut. „Etwas Bewegung kann dir auf alle Fälle nicht schaden.“ Irgendwie hat sie ja recht, denkt dieser und überlegt ernsthaft, ob er sich so eine Gewalttour überhaupt zumuten kann - ohne Training, ohne größere sportliche Ambitionen. Von welcher Streckenlänge ist eigentlich die Rede? Ob Peter letztlich mitmachen wird, zeigt sich am 18. Mai.

Marcus Müller, Personaltrainer und Fitnessfachwirt aus Chemnitz, kennt sich als Veranstalter des nunmehr 9. Fichtelbergmarsches bestens aus. Er hat ihn selbst praktiziert - erstmals 2007 gemeinsam mit Sportfreund Ronald Sander - und sorgt sich aktuell natürlich „nur noch“ um den reibungslosen Ablauf. „Die bevorstehende Tour beginnt am 18. Mai frühmorgens um 5.30 Uhr auf dem Parkplatz von „Mehrprofi“ im Erlebnis-Zentrum auf der F.-O.-Schimmel-Straße in Chemnitz. Im zügigen Tempo müssen die Teilnehmer knapp über 60 Kilometer zurücklegen und dabei 1.700 Höhenmeter überwinden“, erklärt Marcus Müller. Dass die Höhe besonders auf den letzten Kilometern spürbar wird, versteht sich. Immerhin ist der Fichtelberg bei Oberwiesenthal mit 1214,79 Metern der höchste Berg in Sachsen. Die Gesamtstrecke betreffend, findet der Marsch vorzugsweise auf Wald- und Feldwegen statt. Erfahrungsgemäß ziehe sich die Gruppe – im vergangenen Jahr waren es 318 Teilnehmer – bereits nach kurzer Zeit auseinander. Klar, dass die Ankunftszeiten recht unterschiedlich sind. Die letzte habe bei 20.45 Uhr gelegen. Auch das Alter der Teilnehmer sei recht differenziert und bewegt sich erfahrungsgemäß zwischen den Spitzen von 14 und 81 Jahren. „Alles ist durchorganisiert. Keiner bleibt allein“, verspricht Marcus Müller, der selbst mit dem Quad das Geschehen begleitet. „Unterwegs sorgen Streckenposten, Bergwacht und Rettungswagen für Sicherheit. Außerdem gibt es vier Verpfl egungspunkte mit allem, was das Herz begehrt.“

Für die Rückfahrt vom Fichtelberg nach Chemnitz stehen Reisebusse bereit. Wer Lust hat, kann aber auch vor Ort übernachten und sich im „Hotel Vier Jahreszeiten“ in Oberwiesenthal von den Anstrengungen des Tages erholen. Das spezielle Angebot ist nur mit Vorlage der Teilnehmerbescheinigung vom Fichtelbergmarsch buchbar.

Selbstverständlich sind für die Organisation einer derartigen Veranstaltung jede Menge Sponsoren notwendig. Mit Geld- und Sachspenden sorgen diese für viele Extras, die den Marsch zu etwas Besonderem machen. So stellt beispielsweise die Wohnen in Chemnitz GmbH 350 Trinkflaschen aus Aluminium zur Verfügung. Diese können zum Preis von zwei Euro gekauft werden. Der Erlös kommt dem Elternverein krebskranker Kinder e.V. Chemnitz zugute.

Was die Kondition angeht, so bietet Marcus Müller Interessierten ab sofort immer dienstags von 18 bis 19 Uhr einen Walkingkurs an. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Küchwaldwiese. Dazu sind im Internet weitere Hinweise zu fi nden. Ebenso zur richtigen Kleidung oder dem Schuhwerk für den großen Marsch.

Wie der Veranstalter mitteilt, haben sich derzeit bereits zirka 280 Teilnehmer zum Fichtelbermarsch 2013 angemeldet. Da die Teilnehmerzahl von maximal 500 nicht überschritten werden darf, sollten sich Interessierte möglichst schnell und bis spätestens 14. Mai anmelden:

Telefon 0172-4212363
www.fichtelbergmarsch.de

Und so hat alles begonnen:

Am 22. September 2007 schnürten Ronald Sander und Marcus Müller ihre Wandersäckchen und machten sich auf zum Gipfel des Fichtelberges. Dass es diese Tour in sich hat, merkten sie spätestens als der Aufstieg zum Gipfel begann. Auf diesen ca. 13 Kilometern wird ungefähr die Hälfte der gesamten Höhenmeter überwunden. Trotz aller Anstrengung wurden die Jungs mit der einzigartigen und atemberaubenden Natur des Erzgebirges belohnt, von der Extraportion Endorphine ganz zu schweigen. Nachdem sie wieder gut zu Hause angekommen waren, sprach es sich unter Freunden und Bekannten wie ein Lauffeuer herum. So kam es, dass sich am 20. Oktober 2007 um 5 Uhr morgens insgesamt acht Sportbegeisterte auf den Weg zum Fichtelberg begaben. Damit war die Idee für den Fichtelbergmarsch geboren, worüber sich nicht nur diese „Pioniere der ersten Stunde“ freuten, sondern noch viele andere mehr. Das lässt sich an der Entwicklung der Teilnehmerzahl leicht erkennen.

Impressionen vergangener Fichtelbergmärsche

2009: Gegen 5.30 Uhr zog es sich blitzartig zu und wider Erwarten fing es an, wie aus Kannen zu gießen. Einige Teilnehmer waren gezwungen aufzugeben und andere, die mit kurzen Hosen gestartet waren, schützten sich vor der nassen Kälte indem sie joggten. Insgesamt sind 85 Teilnehmer gestartet und davon 25 ausgeschieden. 2010: Mit exakt 161 Startern war dies ein neuer Teilnehmerrekord und auch die Ausfallquote mit nur 12 Prozent lag auf dem niedrigsten Stand seit Beginn. 2012: Bei recht kühlen Temperaturen trafen sich 318 Starter – fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr - zum 8. Fichtelbergmarsch. Sonne, wenige Wolken und Temperaturen knapp über 20 Grad boten optimale Bedingungen. Zirka 240 Teilnehmer erreichten das Ziel aus eigener Kraft.

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